Um 1960 gilt Nordhorn als „Textilstadt im Grünen“. Die junge Boomer-Generation erlebt eine Stadt im Aufbruch. NINO steigt in die Champions League der west-europäischen Textilindustrie auf. Eintracht Nordhorn in die damals höchste Spielklasse, die Oberliga Nord.
Unbeschwertes Kinderspiel, Jazz, Kino, Mode, Sport und „Mach mal Pause“ am Nordhorn-Almelo-Kanal. Fahrräder, Motorroller, VW-Käfer, BMW-Isetta und Ruderboote in der Hauptstraße. Dauerstau an der Grenze. Proteste gegen Atomtod und Mauerbau.
Der legendäre GN-Pressefotograf Rudolf Bulla (1923 – 2003) wird zum Chronisten der Wirtschaftswunderjahre zwischen 1954 und 1965.
1960 zieht NINO-Unternehmenschef Bernhard Niehues eine erste Bilanz der „Wirtschaftswunderjahre“: „In den letzten zehn Jahren sind wir an die Leistungen der Amerikaner herangerückt. Bei NINO sind wir heute am Weltstandard angelangt. Und, Jungs, das ist ein wunderbares Gefühl“.
Die Aufnahmen zu unserer Collage „Jugend und Kindheit in einer Textilstadt im Grünen. 1955 bis 1965“ stammen allesamt vom früheren GN-Fotografen Rudolf Bulla. Ausnahmen sind entsprechend ausgezeichnet.
Reihe 1:

1. Nordhorn atmet auf und atmet durch. Während noch der erste Stadtprospekt von 1929 Nordhorn als „die Stadt der Spindel und des Webstuhls“ bezeichnet – und auf dem Titel die Spinnereihochbauten der Textilfirmen NINO und Povel zeigt, will Nordhorn 30 Jahre später eine „Textilstadt im Grünen“ sein. Zu den markanten Industrie- und Kirchenbauten der Stadt gesellen sich neue Kultur- und Freizeitstätten. So der 1958 eröffnete Konzert- und Theatersaal, das 1953 eröffnete Hallenbad, das 1954 als „Bernhard Niehues-Kampfbahn“ eingeweihte Eintracht-Fußballstadion, der 1957 eröffnete Astoria-Filmpalast und der 1958 für den Publikumsverkehr erschlossene Stadtpark.
2. Die Original-Bildunterschrift aus der Werkszeitschrift NINO-Bote vom Sommer 1959: „Wenn das kein Beweis für die Qualität unserer Waren ist! Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt, kauft sich, gut beraten von seiner charmanten Frau Ruth, ein kochfestes NINO-TRUX-Automagic-Hemd“. 10 Jahre später wird der weiterhin stets gut gekleidete Willy Brandt zum Bundeskanzler der ersten sozialliberalen Koalition in der Bundesrepublik. Foto: NINO-Verkaufs- und Werbeabteilung

3. Ein Betriebsausflug des Verfassungsschutzes? Nein: Wir sehen die Fußballmannschaft von Eintracht Nordhorn, frisch eingekleidet in NINO-Flex-Mäntel. Ein Geschenk der Firma für einen überraschenden Sieg im Freundschaftsspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Hannover 96 im Juni 1954. Die GN titeln: „Eintracht deklassierte den Deutschen Meister mit 4:1“. Ein Jahr später spielt Eintracht wie Hannover 96 in der Oberliga Nord. Foto: Paul Heekeren
Reihe 2:
4. „Endlich Sommer“ ist der Titel einer Bulla-Fotografie, die im Sommer 1959 in der Werkszeitschrift NINO-Bote erscheint. Die Aufnahme entsteht nicht in den Nordseedünen, sondern in den damals noch unbebauten Heideflächen zwischen holländischer Grenze und Kanalweg nördlich des Nordhorn-Almelo-Kanals. Eine Modeaufnahme: NINO-Mitarbeiterin Trudel Wehmeyer im NINO-Irix-Sommerkleid.

5. In einer Sommerjacke aus NINO-Flex spaziert NINO-Mitarbeiterin Ingeborg Drews-Rehmenklau durch die 1957 im Bau befindliche, 24.000 Quadratmeter große „Neue Weberei“ am Nordhorn-Almelo-Kanal (heute Kaufland/Expert-Märkte). Zu jener Zeit betreibt NINO die größte Weberei in der Bundesrepublik. Eine Modeaufnahme für die Werkszeitschrift „NINO-Bote“.

6. Cool in den 50ern: Zur Freude der gesamten Verwandtschaft geht’s für ein junges Nordhorner Motorroller-Pärchen ab ins Wochenende – stilecht gekleidet in NINO-Flex-Trench. In den späten 50ern können sich viele junge Leute erstmals ein motorisiertes Gefährt leisten. Motorroller, Motorräder oder gar der erste VW-Käfer machen die Menschen mobil. Private Aufnahme von 1956.
7. Junge NINO-Textiler auf der Fabrikstraße inmitten der NINO-Werksanlagen. Im Hintergrund der Spinnereihochbau. Aufnahme von 1965. Zu dieser Zeit ist NINO das größte Textilunternehmen in der Bundesrepublik. Mit 5.500 Beschäftigten erzielt man einen Umsatz von 242 Millionen DM. Produziert werden 53 Millionen Meter Stoff, der weltweit in 90 Länder ausgeliefert wird.
Reihe 3:

8. In den späten 50er und frühen 60er Jahren erleben die Nordhorner Filmtheater ihre beste Zeit. Wer keinen Fernseher hat (1957 sind ganze 144 Fernsehgeräte registriert; 1959 allerdings schon über 1.000 in Betrieb), geht in eines der sechs Nordhorner Kinos. Nordhorn steckt im Kino-Rausch: 1957 werden 600.000 Besucher gezählt. Im Dezember 1957 wird das mit 650 Sitzplätzen größte Kino der Stadt eröffnet: der Astoria-Palast am Stadtring. Hier eine Aufnahme vom Foyer des Astoria-Palastes am Vorabend der Eröffnung.

9. 1956 kauft die Stadt Nordhorn den früheren Landschaftsgarten des 1949 verstorbenen Textilfabrikanten Bernhard Rawe an. In den Folgejahren nimmt der heutige Stadtpark seine endgültige Form an. 1957 wird inmitten der Bäume, Blumenbeete und weiten Rasenflächen ein Kinderspielplatz angelegt. Der Stadtpark wird zu einem bei Kindern und Jugendlichen beliebten Spiel- und Erholungsort. Wenngleich die Ordnungsliebe der Stadt Nordhorn zunächst noch enge Grenzen setzt: „Haltet den Stadtpark rein! Tretet nicht auf Rasen und Beete! Pflückt keinerlei Pflanzen! Nehmt Hunde an die Leine! Werft Abfälle in den Papierkorb! Lasst Fahrräder und Fahrzeuge draußen – außer Kinder- und Krankenwagen!“
10. „Hoch hinaus“. So betitelt Rudi Bulla diese Fotografie aus der Werkszeitschrift „NINO-Bote“ vom Sommer 1958. Aufgenommen mit Tochter Heidrun im Garten an der Bernhardstraße – Teil der NINO-Arbeitersiedlung am Bahnweg. Im Hintergrund sind die Schornsteine der NINO-Fabrikanlagen zu erkennen. Ein Bild, das sowohl für den Aufschwung der Textilstadt selbst wie für eine unbeschwerte Kindheit steht.

11. In der Kundenzeitschrift „NINO-Kontakt“ wirbt NINO 1958 für die Textilstadt Nordhorn. „Wasserstraßen durchziehen die Stadt. Große Mietskasernen sucht man hier vergeblich. Man wohnt in schmucken Einfamilienhäusern, die stets von einem peinlich gepflegten Garten umgeben sind. Hierin macht sich der Einfluss holländischer Gartenbauer und Blumenzüchter bemerkbar“. Ein Einfluss, den ein „NINO-Vorgartenwettbewerb“ unterstützen möchte, der erstmals 1956 im Stadtteil Blanke ausgelobt wird. Schirmherrin ist Juniorchefin Sonja Niehues, hier zu sehen inmitten einer die Jury mit großer Neugierde begleitenden Schar von „Blanke-Kindern“.

12. Hüpfen überm Springseil. Eines der beliebtesten Kinderspiele in den frühen 60ern. Die Aufnahme aus der Nordhorner Bernhardstraße zeigt Bulla-Tochter Heidrun (Bildmitte) mit zwei Freundinnen.
Reihe 4:

13. Ein Wintervergnügen der Jugend: Das Schlittschuhlaufen auf den zugefrorenen Kanälen der Stadt. Die Aufnahme zeigt die Szenerie am Nordhorn-Almelo-Kanal um 1955.

14. Ein klassisches Weihnachtsbild von Rudolf Bulla, erschienen im Dezember 1956 in den Grafschafter Nachrichten und im „NINO-Boten“. Zu Weihnachten bringt der Großvater den jubelnden Enkeln den Weihnachtsbaum – auf dem Fahrrad. Aufnahme aus der Nachbarschaft des Fotografen in der Bernhardstraße.

15. Am Nachmittag ein Treffpunkt für die ganze Familie; am Abend ein Rummelplatzvergnügen für die ältere Jugend: die Nordhorner Frühjahrs- und Herbstkirmes auf dem Marktplatz. Aufnahme von 1959.

16. „Unermüdlich schlägt das Herz der Arbeit“, lautet die Bildunterschrift dieser Aufnahme aus den Grafschafter Nachrichten vom Mai 1955. Titelbild einer Reportage über das NINO-Werk bei Nacht. Gearbeitet wird in drei Schichten: Früh-, Spät- und Nachtschicht. Mit 6.100 Mitarbeitern erreicht NINO seinen höchsten Beschäftigungsstand. 40 Prozent der Stoffproduktion gehen in den Export. Monat für Monat sind das zwei Millionen Meter an Stoffen. In der Bundersrepublik selbst vertreiben 12.000 Einzelhandelsgeschäfte NINO-Stoffe oder Kleidung aus NINO-Stoffen.
Reihe 5:

17. Auf der Vechte in Höhe des heutigen Vechtesees: Die erste Paddelfahrt der Bootsabteilung des Wassersportvereins Nordhorn in der Fahrtsaison 1958.
18. Der New Orleans- Swing und Dixieland-Jazz erreicht Nordhorn. Viele junge Leute erliegen dem Dixie-Fieber. Zum Herold voin Jazz und Swing wird die Bentheimer „Black Cat Jazzband“. Im November 1960 findet ein erster „Jazz-Band-Ball“ im Saal der Gastwirtschaft Rolinck-Bräu an der Neuenhauser Straße statt. Die GN berichten: „Jazz mit Drive, Coca mit Rum: Es macht Spaß nach flotter Musik zu tanzen, die bekannten Melodien aus New Orleans haben eben doch verflixt viel Swing. Die Black Cats waren Klasse…. Die Herren waren sehr seriös angezogen. Fast alle tanzten im Jackett! Die Damenentpuppten sich als entzückende Teenager, zuweilen mit ganz kurzen Haaren, einem kurzen engen Rock und einem irgendwie kessen Blick. Kurzum: Es war preima bei den Jazzern“.

19. Sommerlicher Badespaß im Hallenbad. Eine Aufnahme von 1960.
20. In den frühen 60er Jahren liegt die Arbeitslosigkeit in Nordhorn bei 0,9 Prozent. Händeringend suchen die Textilbetriebe Mitarbeiter – und finden sie in Italien, Griechenland, Portugal und der Türkei. Die im Volksmund als „Gastarbeiter“ geltenden Beschäftigten müssen sich aber nicht nur mit der Technik der Textilproduktion und der schwierigen deutschen Sprache vertraut machen: in der Grafschaft lernen sie auch das Fahrradfahren. Eine Aufnahme junger türkischer Mitarbeiter der Firma Povel aus dem Jahr 1965.
Reihe 6:

21. Im Kreise seiner Bandkollegen von der „Black Cat Jazzband“. Der 16jährige Schlagzeuger Udo Lindenberg aus Gronau (Bildmitte) bespricht die Setlist für einen Auftritt im Bentheimer Kurhaus. Lindenberg spielt das Schlagzeug der Black Cats in den Jahren 1961/62. Zu den Auftritten reist er mit dem „Grenzlandexpress“ der Bahnlinie Münster-Gronau-Bentheim an. In Bentheim wird das reduzierte Drumset in einen angemieteten VW-Bus verladen und los geht die Reise zu Auftritten in der Grafschaft und in Rheine. Aufnahme: privat
22. Jazz für Zigaretten und Whisky. Den liefert die „Black Cat Jazz Band“ um ihren Posaunisten Hans-Christian Boestfleisch „The Big B“ auch im Camp der in Nordhorn stationierten britischen Soldaten der Royal Air Force. Die Gage dort: Für jeden Musiker eine Stange Lucky Strike und eine Flasche guten schottischen Whiskys. Die jungen Briten sind vielfach begeisterte Fans des Tradiotional Jazz, mit dem Bandleader von der Insel wie Chris Barber, Ken Colyer und Acker Bilk zu jener Zeit auch in Westdeutschland große Erfolge feiern. Acker Bilk und Chris Barber gastieren denn auch im Nordhorner KTS.

23. Im Juni 1955 steigt Eintracht Nordhorn in die damals höchste Spielklasse auf: Die Oberliga Nord (die Fußball-Bundesliga wird erst ab der Saison 1963/64 eingeführt). Von nun an spielt Eintracht gegen Profimannschaften wie den Hamburger SV, Werder Bremen, St. Pauli, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Bei Spitzenspielen pilgern bis zu 18.000 Zuschauer zum Eintracht-Stadion. Über Jahre kennt die Fußballbegeisterung in Nordhorn keine Grenzen mehr. Die Fußballer der Aufstiegsmannschaft kennt in Nordhorn jedes Kind: v.l.n.r.: Knüver, Conradi, Waaldmann, Müller, Roscheng, Post; knieend: Trainer Ernst Fuhry, Wilmink, Schumann, Beyer, Bänsch und Kroll.
24. Eine typische Szenerie aus der Nordhorner Hauptstraße in den späten 50ern. Radfahrer auf dem Weg zum Schichtwechsel in den Textilbetrieben.
25. In den frühen 1960er Jahren wird der NINO-Kohlehafen zu einem beliebten Ausflugsziel. In den Sommermonaten verbringen auch viele NINO-Mitarbeiter ihre Mittagspause am Nordhorn-Almelo-Kanal. Die Aufnahme von 1964 zeigt junge Fabrikarbeiterinnen von NINO in der typischen Arbeitskleidung: der Kittelschürze.
Reihe 7:
26a) Am 1. Mai 1958 erlebt Nordhorn den ersten Jugendprotest in den Straßen der Stadt. Anlässlich einer Mai-Kundgebung des DGB im Kinosaal des Astoria-Palast protestieren junge Textilgewerkschaftler, Jungsozialisten und Mitglieder des SPD-nahen Jugendverbandes „Die Falken“ gegen die atomare Aufrüstung in West und Ost. Sie sind Mitglieder der bundesweiten Aktionsgemeinschaft „Kampf dem Atomtod“. Auf den Plakaten heißt es „Denkt an Hiroshima“; „Atomwaffen NEIN!“ und „Mütter, denkt an Eure Kinder – Erhebt Eure Stimme!“.
26b) Alsbald trifft die Nordhorner Polizei am Demonstrationsort ein und beendet die unangemeldete Demonstration der jungen Leute. Diese bleibt dennoch nicht ohne Folgen: Nur wenige Tage später wird in Nordhorn eine Ortsgruppe „Kampf dem Atomtod“ gegründet. Den Vorsitz übernimmt SPD-Bürgermeister Bernhard Opolony. Am Sonntag, den 1. Juni 1958 findet eine eindrucksvolle Großkundgebung auf dem Marktplatz statt. Vor über 1000 Zuhörern spricht sich der spätere Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann gegen eine atomare Aufrüstung von NATO und Warschauer Pakt aus.
27. Im Verlauf der späten 50er Jahre nimmt der Autoverkehr in der Hauptstraße stetig zu. Für Fußgänger wird es zu einem Abenteuer, die Straße zu überqueren. Neben VW-Käfer, Opel- und Ford-Fabrikaten tuckert auch der ein oder andere BMW-Isetta durch die Straßen. Aufnahme von 1960.
28. Der Treffpunkt der Kinofreunde im Stadtteil Blanke: De im Oktober 1954 eröffneten „Roxy-Lichtspiele“ am Gildehauser Weg. Zehn Jahre später ist das Roxy eines der ersten Opfer der durch das Fernsehen ausgelösten Kinoflaute. In den vorderen Räumen des Roxy wird ein Supermarkt eingerichtet. Im eigentlichen Kinosaal ist ab 1968 die Diskothek Capri zu finden.
29. Der Kohlehafen der Textilfirma NINO am Nordhorn-Almelo-Kanal um 1960. Bis 1965 werden die Energiezentralen der Textilbetriebe noch mit Kohle versorgt. Dann erfolgt die Umstellung auf Erdgas. Monatlich lieferte der „Schiffer-Transportverein Haren“ in 25 bis 30 Schiffsladungen etwa 6000 Tonnen Kohle an.
30. Mittagszeit am Nordhorner Bahnhof. In den frühen 60ern herrscht Massenbetrieb, wenn die Bentheimer Eisenbahn die Pendler zur Arbeit in den Nordhorner Textilbetrieben bringt. Aufnahme von 1963.
Reihe 8:
31a) Als Fußgänger geht’s schneller über die Grenze. Impression vom Einkaufs- und Reiseverkehr Richtung Holland am Grenzübergang Frensdorferhaar. Private Aufnahme um 1962.
31b) Grenzübergang Frensdorfer Haar erlebt den Dauerstau. Zu Beginn der 60er prägen Reisebusse und VW-Käfer die Szenerie. Vom März bis in den Oktober hinein passieren bis zu 600.000 Menschen pro Monat den Grenzübergang.
32a) „Land unter” heißt es am Montag, den 5. Dezember 1960. Eine durch starken Winterregen ausgelöste Flutwelle der Vechte erreicht Nordhorn. Weite Teile der Innenstadt werden zu einer Wasserwüste. Am 6. Dezember erreicht man die Häuser und Geschäfte der Innenstadt nur noch per Boot. Die Nordhorner Jugend spürt den abenteuerlichen Seiten des Hochwassers nach und unternimmt Bootsausflüge in die Innenstadt.
32b) Bundeswehr, Feuerwehr, DRK und THW versorgen die Bewohner der Innenstadt und der Siedlung Am Strampel mit dem Nötigsten. Pausenlos sind Wasserpumpen im Einsatz. Erst drei Tage später ist das Schlimmste überstanden. Zurück bleiben Schäden in Millionenhöhe.
33. Seit 1953 vergnügen sich die schwimmbegeisterten Nordhorner im Hallenbad am Stadtring, dem ersten Hallenbad in der Region Emsland/Grafschaft Bentheim. Im Anschluss ziehen viele junge Leute zu einem Milcheis oder Erdbeershake in die fast zeitgleich eröffnete „Milchbar“, das spätere „Eiscafé Italia – bei Olga“ (links im Bild). Zu jener Zeit eine Bar für junge Leute, eingerichtet im typischen Design der 50er. Aufnahme von 1956.
34: Portraitfoto Rudolf Bulla, fotografiert von einem unbekannten Kollegen. Der Fotoreporter Rudolf „Rudi“ Bulla (1923 – 2003) arbeitete vom August 1955 bis Jahresende 1989 für die Grafschafter Nachrichten. Zuvor war er seit 1946 als Weber bei der Textilfirma NINO tätig. Durch erste Fotografien in der Werkszeitschrift „NINO-Bote“ wurde Unternehmenschef Bernhard Nioehues Jr. auf sein fotografisches Talent aufmerksam und unterstützte seinen Berufswechsel zu den Grafschafter Nachrichten. Mit seinen nach eigener Zählung rund 200.000 Schwarz-Weiß-Fotografien, die er bis 1989 als Archetyp eines rasenden Fotoreporters für die GN aufnahm, wurde Rudi Bulla zum Bildchronisten der Nachkriegsjahrzehnte. Sein Wahlspruch: „Fotografie kommt von Herzen“.
Mit freundlicher Unterstützung der

