Fußball-WM 1970 und 1974 – das DFB-Team im NINO-Dress


Zu Beginn der 1970er Jahre reagiert das größte Nordhorner Textilunternehmen, die Firma NINO auf den wachsenden Markt im Bereich von Freizeit- und Sportbekleidung. Zu einem echten Marketingcoup entwickelt sich die Zusammenarbeit von NINO mit dem DFB und der Nationalmannschaft. Im Juni 1970 beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Mexiko. Das abschließende Trainingslager des bundesdeutschen Teams findet im Mai im Sport- und Trainingszentrum Barsinghausen bei Hannover statt. Dort stattet NINO die Mannschaft mit sommerlicher Reisekleidung aus der aktuellen Herren-Kollektion „Die Luftleichten“ aus: Neben dem NINO-Flex-Trenchcoat gibt es sieben Freizeithemden und -Hosen, einen offiziellen Mannschaftsanzug und einen hellgrauen Reiseanzug.


Obere Reihe (v.l.n.r.): Wolfgang Overath (Mittelfeld, 1.FC Köln); Erich Deuser (Masseur); Siegfried Held (Angriff, Borussia Dortmund); Gerd Müller (Angriff, FC Bayern München); Helmut Schön (Bundestrainer); Willi Schulz (Abwehr, Hamburger SV); Franz Beckenbauer (Mittelfeld, FC Bayern München); Max Lorenz (Mittelfeld, Eintracht Braunschweig); Manfred Manglitz (Tor, 1.FC Köln) / 2. Reihe von oben: Günter Netzer (Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach); Karl-Heinz Schnellinger (Abwehr, AC Mailand); Horst Wolter (Tor, Eintracht Braunschweig) / 3. Reihe von oben: Sepp Maier (Tor, FC Bayern München); Jupp Derwall (Co-Trainer); Uwe Seeler (Angriff, Hamburger SV); Jürgen Grabowski (Angriff, Eintracht Frankfurt); Helmut Haller (Mittelfeld, Juventus Turin); Berti Vogts (Abwehr, Borussia Mönchengladbach); Dr. Hannes Schoberth (Teamarzt); Bernd Patzke (Abwehr, Hertha BSC) / vordere Reihe: Stan Libuda (Angriff, Schalke 04); Peter Dietrich (Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach); Adolf „Adi“ Dassler (Hauptsponsor Adidas); Horst-Dieter Höttges (Abwehr, Werder Bremen); Klaus-Dieter Sieloff (Abwehr, Borussia Mönchengladbach); Wolfgang Weber (Abwehr, 1.FC Köln); Klaus Fichtel (Abwehr, FC Schalke 04). Es fehlt: Hannes Löhr (Angriff, 1. FC Köln).


Zur Erinnerung – die wichtigsten Spiele bei der WM 1970:

BRD – England: 3:2 nach Verlängerung: Im Viertelfinale trafen die Finalgegner der vorangegangenen WM 1966 aufeinander – und trennten sich mit demselben Ergebnis – nur genau andersherum. Nach einem Zwei-Tore-Rückstand gelang dem bundesdeutschen Team eine unerwartete Aufholjagd. Ein legendäres Kopfballtor (mit dem Hinterkopf) von Uwe Seeler führte zum späten Ausgleich in der 82. Spielminute. In der Verlängerung sorgte Goalgetter Gerd Müller für das umjubelte Siegtor.

BRD – Italien: 3:4 nach Verlängerung: Unbestritten das „Jahrhundertspiel“ der Nationalmannschaft. Bis zur 90. Spielminute stand es 1:0 für Italien, bevor ausgerechnet Karl-Heinz Schnellinger vom AC Mailand den weiten Weg nach vorne stürmte und eine Hereingabe von Jürgen Grabowski über die Linie drückte. In der Verlängerung wogte das Spiel hin und her. Franz Beckenbauer spielte nach einer Schulterverletzung mit Tape-Verband um den angelegten linken Arm. Noch in der 110.Minute glich Gerd Müller die zwischenzeitliche 2:3 Führung der Italiener aus. Aber noch während sich die Deutschen über den Ausgleich zum 3:3 freuten, nutzte Mittelfeldregisseur Gianni Rivera vom AC Mailand eine Unachtsamkeit in der Abwehr und erzielte den Siegtreffer zum 3:4. (Dem Angriffswirbel von Finalgegner Brasilien um Superstar Pele hatten die vom Halbfinale erschöpften Italiener allerdings nichts mehr entgegenzusetzen. Mit einem klaren 4:1 avancierte Brasilien zum Fußballweltmeister.)

BRD – Uruguay 1:0. Mit einem knappen Sieg über Uruguay sicherte sich das bundesdeutsche Team den wohlverdienten 3. Platz der WM in Mexiko. Und das ohne Mitwirken des verletzten Franz Beckenbauer. Dafür aber mit einem Wolfgang Overath, der seine überragende Leistung als Spielmacher bei der gesamten WM mit dem Siegtor zum 1:0 krönte. Im WM-Jahr 1970 galt der Kölner Overath als „Brasilianer“ der Nationalmannschaft.

Fußballweltmeisterschaft 1974: Erneut präsentiert sich NINO als Ausstatter der Fußballnationalmannschaft. Bei der WM in der Bundesrepublik in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Sportbekleidungshersteller „uwe seeler moden“. Ein Unternehmen, dass der langjährige Mittelstürmer und Kapitän der Nationalmannschaft, Uwe Seeler vom Hamburger SV, nach Ende seiner Profikarriere gründete. Über die gesamten 70er Jahre hinweg reiste Uwe Seeler regelmäßig nach Nordhorn, um bei NINO die Stoffe für seine Sportbekleidung einzukaufen.


Obere Reihe (v.l.n.r.): Wolfgang Overath (Mittelfeld, 1.FC Köln); Jürgen Grabowski (Angriff, Eintracht Frankfurt); Berti Vogts (Abwehr, Borussia Mönchengladbach); Uli Hoeneß (Angriff, FC Bayern München); Erich Deuser (Masseur); Jupp Derwall (Co-Trainer); Heerbert Wimmer (Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach); Helmut Schön (Bundestrainer); Horst-Dieter Höttges (Abwehr, Werder Bremen); Franz Beckenbauer (Abwehr, FC Bayern München); Georg Schwarzenbeck (Abwehr, FC Bayern München). Untere Reihe: Jupp Heynckes (Angriff, Borussia Mönchengladbach); Wolfgang Weber (Abwehr, 1.FC Köln); Helmut Kremers (Abwehr, FC Schalke 04); Adolf „Adi“ Dassler (Hauptsponsor Adidas); Norbert Nigbur (Tor, FC Schalke 04); Sepp Maier (Tor, FC Bayern München); Bernd Cullmann (Mittelfeld, 1.FC Köln); Gerd Müller (Angriff, FC Bayern München); Dieter Herzog (Angriff, Fortuna Düsseldorf); Paul Breitner (Abwehr; FC Bayern München). Es fehlten: Bernd Hölzenbein (Angriff, Eintracht Frankfurt); Günter Netzer (Mittelfeld, Real Madrid); Heinz Flohe (Mittelfeld, 1. FC Köln); Rainer Bonhof (Mittelfeld; Borussia Mönchengladbach); Wolfgang Kleff (Tor, Borussia Mönchengladbach)


Zur Erinnerung … die wichtigsten Spiele bei der WM 1974:

BRD – DDR: 0:1. Die Niederlage im Vorrundenspiel gegen die DDR war eine sportliche (und sportpolitische) Katastrophe. Es gab eine Spielerrevolte gegen den Bundestrainer Helmut Schön. Fortan bestimmten Kapitän Franz Beckenbauer und „Rebell“ Paul Breitner die Aufstellung und Taktik der Nationalmannschaft.

BRD – Polen: 1:0. In der „Wasserschlacht von Frankfurt“ qualifizierte sich das DFB-Team mit einem knappen und glücklichen Sieg in strömendem Regen und einem von großen Pfützen übersäten Platz für das Endspiel der WM.

BRD – Niederlande: 2:1. Nach klaren Siegen gegen Argentinien und Brasilien galten die Niederlande um den Zauberfußballer Johan Cruyff eigentlich als das beste Team der WM. Aber sie hatten die Rechnung ohne den Bayern-Block des DFB-Teams gemacht. Unter Führung von Libero Franz Beckenbauer schwang sich die DFB-Elf nach raschem Rückstand zu einer erstaunlichen Energieleistung auf. Ein von Paul Breitner sicher verwandelter Foulelfmeter und ein feiner Drehschuss von Gerd Müller inmitten eines Strafraumgewühls brachten noch vor der Halbzeitpause die Spielführung. Mit weltmeisterlicher Torwartleistung bis zum Spielende festgehalten von Torwart Sepp Maier.


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